Chili-Erde selbst mischen: Rezept und Mengen

Meine Mischung für den Endtopf: 50 % Gemüseerde, 20 % Kokoshumus, 20 % Perlite, 10 % reifer Kompost, dazu eine Handvoll Hornspäne je 10 Liter. Das sind Richtwerte, ich wiege nichts ab. Entscheidend ist der Perlite-Anteil — ohne ihn sackt die Erde im Topf innerhalb weniger Wochen zusammen.

Übersicht der drei Substratphasen beim Chilianbau mit Anzuchterde, Zwischenstufe und Endtopf sowie den Anteilen der Erdmischung
Drei Phasen, drei Substrate. Die Mischung unten gilt für den Endtopf ab Mai.

Die Bestandteile und was sie leisten

AnteilBestandteilFunktion
ca. 50 %Gemüse- oder Blumenerde, torfreduziertGrundmasse, Nährstoffe, Wasserspeicher
ca. 20 %KokoshumusStruktur, hält Wasser ohne zu verdichten
ca. 20 %Perlite oder feiner BlähtonLuftporen, Drainage
ca. 10 %reifer KompostBodenleben, langsam wirkende Nährstoffe
1 Handvoll je 10 lHornspäneStickstoff über mehrere Wochen

Warum diese Aufteilung funktioniert: Ein gutes Substrat besteht grob zu je einem Drittel aus festen Bestandteilen, Wasser und Luft. Der Luftanteil geht als Erstes verloren — durch Gießen, durch Zusammensacken, durch feines Material ohne Struktur. Perlite und Kokoshumus sind genau dagegen da.

Mengen für gängige Topfgrößen

TopfErdeKokosPerliteKompost
10 l5 l2 l2 l1 l
15 l7,5 l3 l3 l1,5 l
20 l10 l4 l4 l2 l
60 l (Ansatz für 4–5 Töpfe)30 l12 l12 l6 l

Ich mische einmal im Frühjahr eine große Menge in einer Mörtelwanne an, statt für jeden Topf einzeln abzumessen. Das geht schneller und wird gleichmäßiger. Kokoshumus kommt als gepresster Block — der quillt mit Wasser auf etwa das Fünf- bis Achtfache auf, also vorher einweichen und beim Mengenplanen berücksichtigen.

Perlite und Kokoshumus gibt es sackweise und halten mehrere Saisons — für einen einzelnen Topf lohnt das nicht, ab fünf Pflanzen schon.

So mische ich

  1. Kokosblock in einem Eimer mit Wasser aufquellen lassen, etwa 20 Minuten, dann auflockern.
  2. Erde, Kokos und Perlite trocken in eine Wanne geben und mit den Händen oder einer Schaufel durchmischen.
  3. Kompost und Hornspäne unterheben.
  4. Leicht anfeuchten — die Mischung soll beim Zusammendrücken zusammenhalten, aber beim Antippen wieder zerfallen.
  5. Töpfe befüllen, ohne festzudrücken. Angießen setzt die Erde von selbst.

Perlite staubt beim trockenen Umfüllen, und der Staub ist in der Atemluft unangenehm. Kurz anfeuchten, bevor du den Sack aufmachst, löst das Problem.

Varianten

Für Töpfe im Zimmer erhöhe ich den Perlite-Anteil auf etwa 30 Prozent. Drinnen fehlen Wind und Sonne, das Substrat trocknet deutlich langsamer ab — mehr dazu unter Chilis in der Wohnung. Kompost und Hornspäne lasse ich dort weg, weil beides in den ersten Wochen riecht, und ersetze sie durch Flüssigdünger.

Für die Anzucht wird diese Mischung nicht verwendet. Dort gehört nährstoffarme Anzuchterde oder ein Quelltopf hin — Salze schädigen die feinen Keimwurzeln. Details unter Chili-Erde.

Für das Beet mische ich nicht neu an, sondern verbessere den vorhandenen Boden mit Kompost und Hornspäne. Bei schwerem, lehmigem Boden hilft zusätzlich grober Sand oder Splitt im Pflanzloch — allerdings großzügig, nicht handvollweise, sonst entsteht eine Wanne, in der sich Wasser sammelt.

Was nicht hineingehört

  • Feiner Sand. Er füllt die Poren zwischen den Erdteilchen, statt neue zu schaffen — das Ergebnis ist dichter als vorher.
  • Reiner, ungekalkter Torf oder Moorbeeterde. Mit pH 4 viel zu sauer für Chilis.
  • Unreifer Kompost. Er zehrt beim Verrotten Stickstoff und kann Wurzeln schädigen.
  • Gartenerde aus dem Beet. Bringt Unkrautsamen, Trauermückenlarven und Verdichtung mit — falls doch, vorher zehn Minuten bei 100 °C im Backofen.
  • Blähton als Bodenschicht. Verschiebt die Staunässezone nur nach oben, statt sie zu verhindern.

Erde vom Vorjahr wiederverwenden

Das lohnt sich. Ich siebe die groben Wurzeln heraus, mische die alte Erde eins zu eins mit frischer, gebe Kompost und Hornspäne dazu und nutze sie wieder. Verbraucht sind nach einer Saison die Nährstoffe und ein Teil der Struktur — beides lässt sich ersetzen.

Nicht wiederverwenden würde ich Substrat aus Töpfen, in denen eine Pflanze an Wurzelfäule oder einem Pilz eingegangen ist. Und im Beet gehören Chilis drei bis vier Jahre nicht an dieselbe Stelle wie Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen — mehr unter Nachbarpflanzen.

Woran du ein gutes Substrat erkennst

Drei Tests, die ohne Messgerät funktionieren und in einer Minute erledigt sind.

Der Klumpentest. Eine Handvoll feuchtes Substrat zusammendrücken. Es soll als Klumpen zusammenhalten und beim Antippen wieder zerfallen. Bleibt es als kompakter Ballen liegen, fehlt Struktur; zerfällt es sofort, hält es zu wenig Wasser.

Der Wassertest. Einen Topf befüllen und durchdringend gießen. Läuft das Wasser innerhalb von zehn bis zwanzig Sekunden unten durch, stimmt die Durchlässigkeit. Steht es oben minutenlang, ist das Substrat zu fein.

Der Gewichtstest nach vier Wochen. Ein gutes Substrat sackt in dieser Zeit kaum. Wenn die Erde im Topf um mehrere Zentimeter absinkt, war der Anteil an strukturbildendem Material zu gering — dann beim nächsten Ansatz mehr Perlite.

Diese drei Tests ersetzen jede Angabe auf der Verpackung. Ich mache sie vor allem beim ersten Sack einer neuen Marke, weil sich torfreduzierte Erden von Hersteller zu Hersteller stark unterscheiden.

Was die Mischung kostet

Eine Beispielrechnung für zehn Töpfe à 12 Liter, also etwa 120 Liter Substrat: rund 60 Liter Gemüseerde, 24 Liter Kokoshumus, 24 Liter Perlite, 12 Liter Kompost. Beim aktuellen Preisniveau liegt das grob bei der Hälfte dessen, was fertige Chili-Erde in derselben Menge kostet.

Der Unterschied wird größer, je mehr Pflanzen es sind — und Perlite und Kokosblöcke reichen meist für zwei bis drei Saisons. Für ein oder zwei Töpfe auf dem Balkon rechnet sich das dagegen nicht; dort ist ein Sack Gemüseerde mit einer Handvoll Perlite die pragmatische Lösung.

Kompost muss man ohnehin nicht kaufen, wenn ein Komposthaufen da ist. Der eigene, gut abgelagerte Kompost ist mir sogar lieber als gekaufter, weil ich weiß, was drin war — bei zugekauftem Material weiß man das selten.

Weiter geht es unter Topfgröße, Umtopfen und Chili-Pflege.

Häufige Fragen

Wie mische ich Chili-Erde selbst?

50 Prozent Gemüseerde, 20 Prozent Kokoshumus, 20 Prozent Perlite, 10 Prozent reifer Kompost, dazu eine Handvoll Hornspäne je 10 Liter. Alles trocken durchmischen und leicht anfeuchten.

Wie viel Perlite braucht Chili-Erde?

Etwa 20 Prozent, für Töpfe im Zimmer eher 30. Ohne diesen Anteil sackt die Erde im Topf zusammen, das Luftvolumen verschwindet und die feinen Wurzeln ersticken.

Kann ich statt Perlite Sand nehmen?

Nein. Feiner Sand füllt die Poren zwischen den Erdteilchen, statt neue zu schaffen — das Substrat wird dadurch dichter statt lockerer. Perlite, feiner Blähton oder grober Bimskies erfüllen den Zweck.

Ist die Mischung auch für die Anzucht geeignet?

Nein. Für die Aussaat gehört nährstoffarme Anzuchterde oder ein Quelltopf her. Die Salze in gedüngter Erde schädigen die feinen Keimwurzeln.

Wie viel Erde brauche ich für einen 15-Liter-Topf?

Etwa 7,5 Liter Gemüseerde, 3 Liter Kokoshumus, 3 Liter Perlite und 1,5 Liter Kompost. Kokosblöcke quellen auf das Fünf- bis Achtfache auf, das beim Einkauf mit einrechnen.

Kann ich Erde vom Vorjahr wiederverwenden?

Ja. Wurzeln aussieben, eins zu eins mit frischer Erde mischen, Kompost und Hornspäne dazu. Nicht wiederverwenden würde ich Substrat aus Töpfen mit Wurzelfäule oder Pilzbefall.

Brauche ich spezielle Chili-Erde aus dem Handel?

Nein. Sie funktioniert, macht aber nichts, was eine Gemüseerde mit Perlite nicht auch könnte — und kostet ein Vielfaches. Für ein, zwei Töpfe ist sie bequem, ab fünf Pflanzen lohnt Selbermischen.

Schreibe einen Kommentar

Nach oben scrollen