Chilipflanzen werden zweimal umgetopft: nach dem Pikieren in einen Topf von 8 bis 10 Zentimetern und Ende April oder Anfang Mai in den Endtopf. Der neue Topf sollte etwa doppelt so viel Volumen haben wie der alte. Mehr Volumen lässt das Substrat länger nass bleiben, als die Wurzeln brauchen.
Wann umtopfen
| Zeitpunkt | Von | Nach | Woran du es erkennst |
|---|---|---|---|
| 3 bis 4 Wochen nach der Keimung | Aussaatschale | 8 bis 10 cm Topf | zwei bis vier echte Blätter über den Keimblättern |
| 4 bis 6 Wochen später | 8 bis 10 cm Topf | 1 bis 2 l Topf | Wurzeln am Ballenrand sichtbar |
| Ende April / Anfang Mai | 1 bis 2 l Topf | Endtopf | vor dem Abhärten, bevor es raus geht |
Der letzte Schritt gehört vor das Auspflanzen. Eine Pflanze, die gerade umgetopft wurde, braucht drei bis fünf ruhige Tage; wenn im selben Zeitraum noch Sonne, Wind und Temperaturwechsel dazukommen, wird es zu viel auf einmal.
Ob eine Pflanze so weit ist, siehst du am Ballen: Topf umdrehen, Pflanze zwischen die Finger, Ballen herausziehen. Sind Wurzeln am Rand sichtbar und hält der Ballen die Form, ist es Zeit. Fällt die Erde auseinander, zurück in den Topf und zwei Wochen warten.
Pikieren und Umtopfen sind zwei Dinge
Diese beiden Schritte werden häufig in einen Topf geworfen, sind aber verschieden. Pikieren heißt, die eng stehenden Sämlinge aus der Aussaatschale zu vereinzeln: mit einem Pikierstab, an den Keimblättern angefasst, nie am Stängel. Umtopfen heißt, eine bereits einzeln stehende Pflanze in ein größeres Gefäß zu setzen, mit intaktem Ballen.
Beim Pikieren werden zwangsläufig Wurzeln beschädigt, und der Sämling braucht ein paar Tage. Beim Umtopfen sollte gar nichts kaputtgehen, wenn der Ballen zusammenhält, merkt die Pflanze es kaum. Das Pikieren im Detail steht unter Aussaat und Anzucht.
So topfe ich um
- Vorher gießen, etwa eine Stunde davor. Ein leicht feuchter Ballen hält zusammen, ein trockener zerfällt.
- Neuen Topf vorbereiten: eine Handbreit Substrat hinein, sodass der Ballen später mit der Oberkante etwa zwei Zentimeter unter dem Topfrand sitzt.
- Pflanze herausnehmen: Topf umdrehen, Stängel zwischen Zeige- und Mittelfinger, mit der anderen Hand am Topf klopfen. Nicht am Stängel ziehen.
- Ballen prüfen: Ist er außen dicht verfilzt, die äußeren Wurzeln vorsichtig auflockern, damit sie in das neue Substrat wachsen.
- Einsetzen und auffüllen, rundherum Substrat einrieseln lassen und nur leicht andrücken.
- Einmal durchdringend angießen und die Pflanze drei bis fünf Tage halbschattig stellen.
Chilis dürfen etwas tiefer gesetzt werden als sie vorher standen. Das gibt vergeilten Jungpflanzen mehr Halt. Anders als Tomaten bilden sie am eingegrabenen Stängel allerdings kaum zusätzliche Wurzeln. Der Effekt ist mechanisch: Er kommt vom zusätzlichen Halt im Substrat.
Danach
Zwei Regeln für die erste Woche: nicht düngen und weniger gießen als gewohnt. Frisches Substrat enthält genug Nährstoffe, und beschädigte Wurzeln nehmen ohnehin weniger auf. Zusätzlicher Dünger belastet nur.
Dass ein paar Blätter hängen oder abfallen, ist normal. Die Pflanze reduziert die Blattfläche auf das, was die verbliebenen Wurzeln versorgen können. Nach ein bis zwei Wochen kommt neuer Austrieb. Wenn die Pflanze nach zwei Wochen immer noch nicht steht, lohnt der Blick unter Chili verliert Blätter.
Häufige Fehler
- Direkt in den Endtopf. Vom Anzuchttopf in 15 Liter zu springen führt dazu, dass das Substrat außen wochenlang nass bleibt.
- Am Stängel ziehen. Der Stängel ist die einzige Leitung der Pflanze; ein Knick dort ist irreparabel.
- Erde festdrücken. Angießen setzt sie von selbst. Festdrücken presst die Luft heraus.
- Sofort düngen. Frisches Substrat reicht vier bis sechs Wochen.
- Umtopfen und Rausstellen am selben Tag. Zwei Reize gleichzeitig sind einer zu viel.
- Zur Blütezeit umtopfen. Wenn es sich vermeiden lässt: Eine Pflanze in der Blüte wirft nach dem Umtopfen häufig Blüten ab.
Auspflanzen ins Beet
Ins Beet gehen Chilis nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Der Ablauf unterscheidet sich vom Umtopfen in einem Punkt: Das Pflanzloch wird deutlich größer ausgehoben als der Ballen, etwa doppelt so breit und tief.
In das Loch kommt eine Mischung aus Aushub, Kompost und einer Handvoll Hornspäne. Das schafft eine Übergangszone zwischen lockerem Topfsubstrat und gewachsenem Boden, ohne sie stoßen die Wurzeln an eine harte Wand und bleiben im ursprünglichen Ballen.
Danach durchdringend angießen, damit sich die Erde setzt, und bei kühlen Nächten in der ersten Woche abdecken. Ein umgedrehter Eimer oder ein Vlies reicht. Der Abstand zwischen zwei Pflanzen liegt bei 40 bis 50 Zentimetern. Enger gesetzt trocknen sie nach Regen langsamer ab, und das begünstigt Pilzbefall.
Schnecken sind in den ersten zwei Wochen die größte Gefahr für frisch ausgepflanzte Chilis. Ein Schneckenkragen um jede Pflanze ist die einfachste Lösung, siehe Schädlinge.
Wurzeln beurteilen
Beim Umtopfen sieht man einmal im Jahr, wie es unter der Erde aussieht. Das lohnt einen kurzen Blick, weil sich viele Probleme dort früher zeigen als oben.
Gesunde Chiliwurzeln sind hell, fest und leicht faserig, mit vielen feinen Verzweigungen an den Spitzen. Braune, weiche Wurzeln, die sich beim Anfassen ablösen, sind Wurzelfäule. Dann sollte alles Weiche weg, bevor die Pflanze in frisches Substrat kommt.
Ein dicht verfilzter Ballen, der die Topfform behält, zeigt nur, dass es Zeit war. Ein Schaden ist das nicht. Die äußeren Wurzeln löse ich dabei leicht auf, damit sie in das neue Substrat wachsen statt weiter im Kreis. Sonst bleibt die Pflanze auch im großen Topf im alten Ballen stecken.
Welche Topfgröße wann die richtige ist, steht unter Topfgröße. Weiter geht es unter Chili-Erde, Chili-Pflege und Chili anbauen.
Häufige Fragen
Wann muss ich Chilipflanzen umtopfen?
Wenn Wurzeln am Ballenrand sichtbar sind und der Ballen beim Herausnehmen die Form hält. In der Regel drei bis vier Wochen nach der Keimung zum ersten Mal und Ende April oder Anfang Mai in den Endtopf.
Wie groß soll der neue Topf sein?
Etwa doppeltes Volumen des alten. Ein deutlich größerer Topf bleibt außen wochenlang nass, weil die Wurzeln ihn nicht erreichen. Dort entsteht dann Wurzelfäule.
Was ist der Unterschied zwischen Pikieren und Umtopfen?
Pikieren heißt, eng stehende Sämlinge zu vereinzeln, dabei gehen zwangsläufig Wurzeln kaputt. Umtopfen heißt, eine einzeln stehende Pflanze mit intaktem Ballen in ein größeres Gefäß zu setzen.
Darf ich Chilis tiefer einpflanzen?
Etwas tiefer geht und gibt vergeilten Jungpflanzen Halt. Anders als Tomaten bilden Chilis am eingegrabenen Stängel aber kaum neue Wurzeln. Der Nutzen ist mechanisch: Er kommt vom zusätzlichen Halt im Substrat.
Soll ich nach dem Umtopfen düngen?
Nein, erst nach vier bis sechs Wochen. Frisches Substrat enthält genug Nährstoffe, und beschädigte Wurzeln nehmen ohnehin weniger auf.
Warum hängt meine Chili nach dem Umtopfen?
Weil der Wurzelkontakt zum Substrat gestört ist. Einmal angießen, drei bis fünf Tage halbschattig stellen, nicht düngen und nicht nachgießen. Ein paar abgeworfene Blätter sind normal.
Kann ich während der Blüte umtopfen?
Möglich, aber ungünstig. Pflanzen in der Blüte werfen nach dem Umtopfen häufig Blüten ab. Wenn es sich einrichten lässt, vorher oder nach der ersten Fruchtreife umtopfen.

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