Fushimi

Die Fushimi ist eine milde japanische Bratpaprika: 10 bis 15 cm lang, schlank, dünnwandig und mit 0 bis 500 Scoville praktisch nicht scharf. Sie wird grün geerntet und im Ganzen gebraten. Nicht als Gewürz verwendet.

Für deutsche Sommer ist sie eine der verlässlichsten Sorten. Weil sie grün geerntet wird, entfällt die Ausreifung, und damit die drei bis fünf Wochen, an denen die meisten Sorten hier scheitern. Ernte ab Ende Juli, laufend über Wochen.

Vergleich milder Bratpaprika-Sorten Fushimi, Shishito, Padron, Pepperoncini und Spitzpaprika nach Herkunft, Schärfe und Länge
Fushimi gehört zu einer Gruppe milder Sorten, die grün geerntet und im Ganzen gebraten werden.

Alle Informationen auf einen Blick

CHILI-LEXIKON

56 Sorten nach Schärfegrad – Sorte antippen für den Steckbrief.

Mild (0 – 999 SHU)

  • Gemüsepaprika (0 SHU, Capsicum annuum)
  • Habanada (0–100 SHU, Capsicum chinense)
  • Shishito (50–200 SHU, Capsicum annuum)
  • Fushimi (0–500 SHU, Capsicum annuum)
  • Banana Pepper (0–500 SHU, Capsicum annuum)
  • Friggitello (100–500 SHU, Capsicum annuum)

Pikant (1.000 – 9.999 SHU)

  • Padrón (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Anaheim (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Poblano (1.000–2.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Cascabel (1.000–3.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Piment d’Espelette (3.000–4.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Mirasol (Guajillo) (2.500–5.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Jalapeño (2.500–8.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Fresno (2.500–10.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Ají Fantasy (5.000–10.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ungarische Wachspaprika (5.000–10.000 SHU, Capsicum annuum)

Mittelscharf (10.000 – 99.999 SHU)

  • Serrano (10.000–23.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Peter Pepper (5.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bishop’s Crown (5.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Peperoncino Calabrese (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Chile de Árbol (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Lemon Drop (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ají Cristal (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Cayenne (30.000–50.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Tabasco (30.000–50.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Ají Charapita (30.000–50.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Ají Amarillo (30.000–50.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Pequin (30.000–60.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Rocoto (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Manzano (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Chiltepin (Tepin) (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bird’s Eye (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Kanthari (50.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Sugar Rush Peach (50.000–100.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Malagueta (60.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)

Sehr scharf (100.000 – 999.999 SHU)

  • Piri Piri (50.000–175.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Datil (100.000–300.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Devil’s Tongue (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Scotch Bonnet (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Orange Habanero (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Madame Jeanette (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Fatalii (125.000–400.000 SHU, Capsicum chinense)
  • White Habanero (200.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Chocolate Habanero (200.000–450.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Red Savina Habanero (248.556–577.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Bhut Jolokia (Ghost Pepper) (800.000–1.001.304 SHU, Capsicum chinense)

Extrem (ab 1 Mio. SHU)

  • Naga Morich (900.000–1.100.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Dorset Naga (900.000–1.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Scorpion Butch T (1.200.000–1.463.700 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Douglah (900.000–1.850.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Naga Viper (1.382.118 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Moruga Scorpion (1.207.764–2.000.000 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Primo (1.469.000–1.790.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Komodo Dragon (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Carolina Reaper (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Pepper X (2.693.000 SHU, Capsicum chinense)

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Steckbrief

ArtCapsicum annuum
Schärfe0–500 SHU
Andere NamenFushimi Amanaga, Fushimi Sweet
HerkunftFushimi bei Kyoto, Japan
Fruchtgröße10–15 cm, schlank, oft leicht gebogen
FarbeGrün geerntet; reift rot ab
Keimdauer7–14 Tage bei 25–28 °C
AussaatMitte Februar bis Mitte März
Reifezeit75–85 Tage bis zur grünen Ernte
Wuchshöhe60–90 cm
Topfvolumen7–10 l
ErtragSehr hoch bei laufender Ernte

Fushimi gehört zu den Kyō-yasai, den traditionellen Gemüsesorten aus der Region Kyoto, und wird dort seit dem 17. Jahrhundert angebaut.

Fushimi, Shishito und Padrón

Die drei werden regelmäßig gleichgesetzt, unterscheiden sich aber in einem Punkt, der beim Essen auffällt: der Schärfelotterie.

Bei Shishito und Padrón ist etwa jede zehnte Schote deutlich schärfer als der Rest. Ursache sind Trockenstress und Sonnenstand während der Fruchtbildung. Das ist Zufall und keine Sorteneigenschaft. In Spanien ist das ein fester Bestandteil des Gerichts: Os pementos de Padrón, uns pican e outros non.

Fushimi ist davon am wenigsten betroffen. Sie bleibt zuverlässig mild, was sie zur besseren Wahl macht, wenn Kinder mitessen oder man sich auf das Ergebnis verlassen will.

Der zweite Unterschied ist die Größe: Fushimi ist mit 10 bis 15 cm deutlich länger als Shishito (5 bis 8 cm) und Padrón (4 bis 6 cm). In der Pfanne heißt das weniger Stückzahl bei gleicher Menge.

Herkunft

Die Fushimi stammt aus dem gleichnamigen Stadtbezirk im Süden Kyotos und zählt zu den Kyō-yasai, den traditionellen Gemüsesorten der Region. Diese Sorten wurden über Jahrhunderte auf die dortigen Böden und das Klima hin ausgelesen und werden bis heute als eigene Kategorie geführt.

Das erklärt, wofür die Sorte gebaut ist. Die japanische Küche verwendet Chili selten als Schärfequelle, häufiger als Gemüse. Die Fushimi ist dünnwandig, lang und mild, damit sie sich ganz braten und in einem Zug essen lässt. Wer sie als scharfe Chili anbaut, hat die falsche Sorte erwischt.

Anbau

Fushimi ist eine der unkompliziertesten Sorten für deutsche Bedingungen. Zwei Gründe machen sie so verlässlich.

Erstens die grüne Ernte. Was nicht ausreifen muss, braucht keine drei bis fünf Wochen Spätsommer. 75 bis 85 Tage ab dem Auspflanzen genügen, und das ist Ende Juli.

Zweitens der laufende Ansatz. Wer regelmäßig erntet, hält die Pflanze über Wochen im Blühmodus. Der Gesamtertrag liegt deutlich höher als bei Sorten, deren Früchte man ausreifen lässt. Mehr dazu unter Kann man grüne Chilis essen?

  • Aussaat: Mitte Februar bis Mitte März, Keimung in 7 bis 14 Tagen bei 25 bis 28 °C.
  • Auspflanzen: Mitte Mai nach den Eisheiligen, nach 10 bis 14 Tagen Abhärten.
  • Topf: 7 bis 10 Liter reichen. Die Früchte sind leicht, die Pflanze bleibt kompakt.
  • Standort: Vollsonnig. Sie kommt auch mit halbschattigen Balkonen zurecht.
  • Ernte: Ab Ende Juli, alle paar Tage. Schoten bei 10 bis 12 cm abnehmen.

Auf dem Balkon ist Fushimi eine der besseren Wahlen: kleiner Topf, kompakter Wuchs, früher und laufender Ertrag. Mehr dazu unter Chili auf dem Balkon.

Gedüngt wird ab Fruchtansatz wöchentlich, kaliumbetont, bei laufender Ernte über Wochen zehrt die Pflanze entsprechend. Details unter Chilipflanzen düngen.

Verwenden

Die klassische japanische Zubereitung ist denkbar einfach und dauert fünf Minuten:

  1. Ganze Schoten mit Stiel, gewaschen und trocken getupft.
  2. Jede Schote einmal einstechen. Sonst platzt sie in der Pfanne.
  3. In wenig Öl bei hoher Hitze braten, bis sie Blasen wirft und stellenweise dunkel wird.
  4. Mit Salz und wenigen Tropfen Sojasauce servieren, am Stiel essen.

Weitere Verwendungen: in Tempura, gegrillt am Spieß (Yakitori), eingelegt in Reisessig oder als Beilage zum Grillen. Zum Trocknen eignet sie sich nicht. Grün geerntete Schoten haben zu viel Wasser und werden ledrig statt spröde.

Wer sie doch ausreifen lässt: Rot wird Fushimi süßer und etwas schärfer, verliert aber die feste Textur, die sie zum Braten geeignet macht.

Lohnt sich die Sorte?

Für alle, die eine milde Sorte mit hohem Ertrag suchen: ja. Sie ist einfacher als jede scharfe Sorte, braucht wenig Platz, ist früh dran und liefert über Wochen. Für den Einstieg ist sie eine der besten Wahlen, und für Haushalte, in denen nicht alle scharf essen, ohnehin.

Wer Schärfe will, ist hier falsch. Fushimi ist eine Gemüsepaprika mit anderer Form, keine Chili im landläufigen Sinn. Wer beides möchte, stellt sie neben eine Jalapeño. Beide haben denselben Aussaattermin und dieselben Ansprüche. Eine Übersicht über die Alternativen steht unter Chilisorten.

Was schiefgehen kann

BeobachtungUrsacheWas hilft
Schoten bleiben kurz und krummZu wenig Wasser während der FruchtbildungGleichmäßig gießen, Topf nicht austrocknen lassen
Einzelne Schote unerwartet scharfTrockenstress während der FruchtbildungKommt bei Fushimi selten vor; gleichmäßig wässern
Pflanze wächst, setzt aber kaum anZu viel StickstoffAuf kaliumbetonten Dünger umstellen
Ertrag bricht im August einReife Schoten hängen zu langeAlle paar Tage konsequent abernten
Helle, papierartige FleckenSonnenbrand nach fehlendem AbhärtenVor dem Auspflanzen 10–14 Tage abhärten

Die vierte Zeile ist bei dieser Sorte der häufigste Grund für einen enttäuschenden Ertrag. Fushimi trägt so lange nach, wie man erntet. Lässt man die Schoten hängen, stellt die Pflanze den weiteren Ansatz ein. Wer alle paar Tage durchgeht, erntet über Wochen weiter.

Ein Nebeneffekt der laufenden Ernte, den man beim Planen mitdenken sollte: Fushimi liefert über Wochen kleine Mengen statt einmal viel. Das passt gut zu einer Küche, in der regelmäßig gekocht wird, aber schlecht, wenn man einmalig eine große Menge einwecken oder verarbeiten will. Für Vorratshaltung sind Sorten geeigneter, die man ausreifen lässt und dann gesammelt erntet.

Häufige Fragen

Wie scharf ist die Fushimi?

0 bis 500 Scoville, also praktisch nicht scharf, vergleichbar mit einer milden Pepperoncini. Anders als bei Shishito und Padrón gibt es bei Fushimi kaum Ausreißer nach oben.

Was ist der Unterschied zwischen Fushimi und Shishito?

Fushimi ist mit 10 bis 15 cm deutlich länger und schlanker; Shishito ist 5 bis 8 cm lang und gefaltet. Der praktisch wichtigere Unterschied: Bei Shishito ist etwa jede zehnte Schote deutlich schärfer, bei Fushimi passiert das kaum.

Wann erntet man Fushimi?

Grün, ab Ende Juli, bei einer Länge von 10 bis 12 cm. Auf eine Farbe zu warten führt in die Irre. Die Sorte wird bewusst unreif verwendet, weil das feste Fruchtfleisch beim Braten die Form hält.

Eignet sich Fushimi für den Balkon?

Sehr gut. Sie bleibt kompakt, kommt mit 7 bis 10 Litern Topfvolumen aus, ist früh reif und trägt bei laufender Ernte über Wochen. Für kleine Flächen ist sie eine der besseren Sorten.

Wie brate ich Fushimi richtig?

Ganze Schoten mit Stiel, jede einmal einstechen, in wenig Öl bei hoher Hitze braten, bis sie Blasen wirft. Mit Salz und etwas Sojasauce servieren. Das Einstechen ist wichtig, sonst baut sich im Inneren Druck auf und die Schote platzt.

Kann ich Fushimi rot werden lassen?

Ja, sie reift rot ab und wird dabei süßer und etwas schärfer. Sie verliert aber die feste Textur, die sie zum Braten geeignet macht. Für die klassische Verwendung wird sie grün geerntet.

Kann ich Fushimi trocknen?

Nicht sinnvoll. Grün geerntete Schoten enthalten zu viel Wasser und werden ledrig statt spröde, dazu steigt das Schimmelrisiko. Zum Haltbarmachen eignen sich Einlegen oder Einfrieren besser.

Warum platzen meine Schoten in der Pfanne?

Weil die Luft im Inneren sich ausdehnt und nicht entweichen kann. Jede Schote vor dem Braten einmal mit einem Messer oder einer Gabel einstechen, dann passiert das nicht.

Weiterlesen: Chilisorten im Überblick · Chili anbauen

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