Poblano Chili

Die Poblano ist die Füllchili: 10 bis 15 cm lang, herzförmig, dickwandig und mit 1.000 bis 2.000 Scoville mild. Sie wird fast immer grün geerntet, geröstet und gehäutet. Chiles Rellenos gibt es ohne sie nicht.

Für den Anbau in Deutschland ist sie gut geeignet: Capsicum annuum, Aussaat Mitte Februar bis Mitte März, 75 bis 100 Tage bis zur grünen Ernte, Freiland reicht. Sie steht bei mir jedes Jahr im Garten. Was du beachten musst, ist die Topfgröße. Die Schoten sind schwer.

Schema: dieselbe Chilisorte als frische Poblano, getrocknete Ancho und dunkel ausgereifte Mulato mit Vergleich von Schärfe, Farbe, Aroma und Verwendung
Poblano ist der frische Zustand. Getrocknet heißt dieselbe Schote Ancho oder Mulato.

Alle Informationen auf einen Blick

CHILI-LEXIKON

56 Sorten nach Schärfegrad – Sorte antippen für den Steckbrief.

Mild (0 – 999 SHU)

  • Gemüsepaprika (0 SHU, Capsicum annuum)
  • Habanada (0–100 SHU, Capsicum chinense)
  • Shishito (50–200 SHU, Capsicum annuum)
  • Fushimi (0–500 SHU, Capsicum annuum)
  • Banana Pepper (0–500 SHU, Capsicum annuum)
  • Friggitello (100–500 SHU, Capsicum annuum)

Pikant (1.000 – 9.999 SHU)

  • Padrón (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Anaheim (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Poblano (1.000–2.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Cascabel (1.000–3.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Piment d’Espelette (3.000–4.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Mirasol (Guajillo) (2.500–5.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Jalapeño (2.500–8.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Fresno (2.500–10.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Ají Fantasy (5.000–10.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ungarische Wachspaprika (5.000–10.000 SHU, Capsicum annuum)

Mittelscharf (10.000 – 99.999 SHU)

  • Serrano (10.000–23.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Peter Pepper (5.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bishop’s Crown (5.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Peperoncino Calabrese (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Chile de Árbol (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Lemon Drop (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ají Cristal (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Cayenne (30.000–50.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Tabasco (30.000–50.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Ají Charapita (30.000–50.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Ají Amarillo (30.000–50.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Pequin (30.000–60.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Rocoto (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Manzano (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Chiltepin (Tepin) (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bird’s Eye (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Kanthari (50.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Sugar Rush Peach (50.000–100.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Malagueta (60.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)

Sehr scharf (100.000 – 999.999 SHU)

  • Piri Piri (50.000–175.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Datil (100.000–300.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Devil’s Tongue (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Scotch Bonnet (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Orange Habanero (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Madame Jeanette (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Fatalii (125.000–400.000 SHU, Capsicum chinense)
  • White Habanero (200.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Chocolate Habanero (200.000–450.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Red Savina Habanero (248.556–577.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Bhut Jolokia (Ghost Pepper) (800.000–1.001.304 SHU, Capsicum chinense)

Extrem (ab 1 Mio. SHU)

  • Naga Morich (900.000–1.100.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Dorset Naga (900.000–1.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Scorpion Butch T (1.200.000–1.463.700 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Douglah (900.000–1.850.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Naga Viper (1.382.118 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Moruga Scorpion (1.207.764–2.000.000 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Primo (1.469.000–1.790.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Komodo Dragon (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Carolina Reaper (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Pepper X (2.693.000 SHU, Capsicum chinense)

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Steckbrief

ArtCapsicum annuum
Schärfe1.000–2.000 SHU
Getrocknet heißt sieAncho (rot) oder Mulato (dunkel)
HerkunftPuebla, Mexiko
Fruchtgröße10–15 cm, herzförmig, dickwandig
Farbe reifDunkelrot; meist grün geerntet
Keimdauer7–14 Tage bei 25–28 °C
AussaatMitte Februar bis Mitte März
Reifezeit75–100 Tage ab Auspflanzen
Wuchshöhe60–90 cm
Topfvolumen12–15 l
Ertrag15–25 Schoten je Pflanze

Herkunft und Name

Poblano heißt „aus Puebla“. Der Bundesstaat südöstlich von Mexiko-Stadt ist die Heimat der Sorte, und dort steht sie bis heute auf großer Fläche. Die Stadt Puebla ist auch der Ort, an dem Mole Poblano zu Hause ist, jene Sauce, für die getrocknete Poblano in Form von Ancho und Mulato die Grundlage bildet.

Der Name wechselt mit dem Zustand, und das führt regelmäßig zu Verwirrung im Rezept:

ZustandNameAroma
Frisch, grün geerntetPoblanoGrasig, mild, dickwandig
Rot ausgereift, getrocknetAnchoRosine, Pflaume, süßlich
Dunkel abreifend, getrocknetMulatoKaffee, Lakritz, erdiger

Dazu kommt eine Verwechslung, die vor allem aus dem US-Handel herüberschwappt: Dort wird die getrocknete Poblano gelegentlich als Pasilla ausgezeichnet. Die echte Pasilla ist eine andere Sorte, nämlich die getrocknete Chilaca, und die ist lang, schmal und fast schwarz. Wer in einem Rezept Pasilla liest, prüft am besten die Form. Eine breite, herzförmige Schote ist eine Ancho.

Anbau

Poblano ist unkompliziert, hat aber eine Eigenheit, die kleinfruchtige Sorten nicht haben: Die Schoten werden groß und schwer, und die Pflanze trägt entsprechend viel Gewicht.

  • Aussaat: Mitte Februar bis Mitte März. Keimung in 7 bis 14 Tagen bei 25 bis 28 °C.
  • Auspflanzen: Mitte Mai nach den Eisheiligen, nach 10 bis 14 Tagen Abhärten.
  • Topf: 12 bis 15 Liter. Weniger geht, kostet aber sichtbar Fruchtgröße.
  • Stütze: Ab Juli. Ein Trieb mit drei ausgewachsenen Schoten knickt sonst ab.
  • Standort: Vollsonnig, windgeschützt. Freiland reicht.
  • Ernte: Ab August grün, ab September rot.

Großfrüchtige Sorten zehren mehr als kleinfruchtige. Ab Fruchtansatz wöchentlich kaliumbetont düngen. Details unter Chilipflanzen düngen.

Das häufigste Problem bei Poblano ist Blütenendfäule: dunkle, eingesunkene Flecken am unteren Ende der Schote. Sie tritt bei großfrüchtigen Sorten öfter auf als bei kleinen. Ursache ist fast nie zu wenig Kalzium im Boden, sondern ungleichmäßiges Gießen. Die Pflanze kann das vorhandene Kalzium dann nicht bis in die Frucht transportieren. Gleichmäßig gießen löst das Problem zuverlässiger als jeder Kalziumdünger. Weitere Ursachen stehen unter Chili-Probleme.

Wann ist sie erntereif?

Grün geerntet ist die Poblano reif, wenn sie ausgewachsen und dunkelgrün glänzend ist. Nicht, wenn sie eine bestimmte Farbe erreicht hat. Das ist der Unterschied zu roten Sorten und der Grund, warum viele zu früh ernten.

Ein brauchbarer Anhaltspunkt ist die Schulterbreite: Eine erntereife Poblano ist am Stielansatz deutlich breiter als in der Mitte und fühlt sich für ihre Größe schwer an. Dünne, leichte Schoten sind noch nicht so weit.

Wer rote Schoten will, und damit die Grundlage für Ancho, braucht drei bis fünf Wochen mehr. In Deutschland ist das der Engpass: Was Anfang September noch dunkelgrün ist, wird meist nicht mehr rot. Mehr dazu unter Wann und wie Chilis ernten.

Rösten und häuten

Die Haut der Poblano ist zäh und papierartig. Sie wird deshalb vor der Verwendung fast immer entfernt. Der Ablauf ist derselbe wie bei Anaheim:

  1. Ganze Schoten unter dem Backofengrill, auf dem Grill oder über der Gasflamme rundum schwarz blasen lassen.
  2. Sofort in eine Schüssel geben und abdecken. 10 Minuten warten. Der Dampf löst die Haut.
  3. Haut abziehen. Sie geht in Streifen ab, wenn Schritt 1 gründlich genug war.
  4. Vorsichtig aufschneiden, Kerne entfernen, Form erhalten.

Für Chiles Rellenos schneidet man nur einen Längsschlitz und lässt den Stielansatz dran. Sonst hält die Füllung nicht. Geröstet und gehäutet lassen sich die Schoten portionsweise einfrieren und halten so ein Jahr.

Sorten

Unter „Poblano“ und „Ancho“ laufen mehrere Linien, die sich in Fruchtgröße und Reifezeit unterscheiden. Für das Füllen zählt vor allem die Länge der Schote.

LinieMerkmalWofür
Ancho 101Bewährter Standard, gleichmäßige FrüchteFüllen und trocknen
Ancho TiburónHybrid, ertragreich, große SchotenChiles Rellenos
Mulato IsleñoReift dunkelbraun statt rot abGrundlage für Mulato

Saatgut ohne Linienangabe ist meist eine Standard-Poblano im mittleren Bereich. Das reicht für den Einstieg. Wer gezielt füllen will, achtet auf eine angegebene Schotenlänge ab 12 cm.

Verwenden

  • Chiles Rellenos: Gefüllt mit Käse, paniert und ausgebacken. Die Verwendung, für die die Sorte steht.
  • Rajas: In Streifen geschnitten, mit Zwiebeln und Sahne. Die einfachere Variante.
  • In Suppen und Eintöpfen: Geröstet und gehäutet, in Stücken.
  • Getrocknet als Ancho: Nur die rot ausgereifte Schote, aufgeschnitten und im Dörrautomaten.
  • Grillen: Halbiert, gefüllt, direkt auf den Rost.

Was mit Poblano nicht geht: an der Luft trocknen. Das dicke Fruchtfleisch schimmelt, bevor es durch ist. Wer trocknen will, muss aufschneiden und ein Gerät verwenden. Mehr dazu unter Chilis trocknen.

Was bei Poblano schiefgeht

BeobachtungUrsacheWas hilft
Dunkle, eingesunkene Flecken am FruchtendeBlütenendfäule durch ungleichmäßiges GießenGleichmäßig wässern, Topf nicht austrocknen lassen
Schoten bleiben klein und schmalTopf zu klein oder Nährstoffe erschöpft12–15 l Volumen, ab Fruchtansatz wöchentlich düngen
Triebe knicken unter der Last abFehlende Stütze bei schweren FrüchtenAb Juli Stab oder Ring
Einzelne Schote überraschend scharfTrockenstress erhöht den CapsaicingehaltVor dem Füllen probieren
Faulstellen rund um den StielansatzIn der Mulde am Stiel steht WasserNach Regen abtupfen, nicht über die Pflanze gießen
Schoten werden nicht rotAusreifung braucht 3–5 Wochen zusätzlichAb Mitte August nichts mehr grün abnehmen

Der vierte Punkt ist bei dieser Sorte häufiger, als die Schärfeangabe vermuten lässt. Poblano gilt als mild, aber einzelne Schoten liegen deutlich darüber, besonders in trockenen Sommern. Wer eine ganze Pfanne Chiles Rellenos plant, sollte vorher ein Stück roh probieren.

Lohnt sich die Sorte?

Für alle, die mexikanisch kochen: ja. Frische Poblano bekommt man in Deutschland kaum, und mit einer Paprika lässt sie sich nicht ersetzen. Die hat weder den grasigen Ton noch die passende Form.

Für kleine Balkone: eingeschränkt. 12 bis 15 Liter Topf, Stütze und eine ausladende Pflanze sind viel Platz für relativ wenige Schoten. Wer Menge braucht, fährt mit Jalapeño oder Cayenne besser. Poblano baut man wegen der Verwendung an, nicht wegen des Ertrags.

Ein Hinweis zum Saatgut: Unter „Poblano“ laufen im Handel mehrere Linien mit unterschiedlicher Fruchtgröße. Wer füllen will, achtet auf die Angabe zur Schotenlänge. Kleinere Linien sind zwar früher reif, für Chiles Rellenos aber unbrauchbar.

Häufige Fragen

Wie scharf ist die Poblano?

1.000 bis 2.000 Scoville, also milder als eine Jalapeño. Einzelne Schoten können überraschend schärfer ausfallen, besonders bei Trockenstress, probier im Zweifel eine, bevor du eine ganze Pfanne würzt.

Was ist der Unterschied zwischen Poblano und Ancho?

Es ist dieselbe Sorte. Poblano ist die frische, meist grün geerntete Schote, Ancho die rot ausgereifte und getrocknete Form. Lässt man sie noch länger hängen und trocknet sie dunkel ab, heißt sie Mulato.

Wann ist eine Poblano erntereif?

Grün geerntet, wenn sie ausgewachsen und dunkelgrün glänzend ist. Ein guter Anhaltspunkt: Sie ist an der Schulter deutlich breiter als in der Mitte und fühlt sich für ihre Größe schwer an. Auf eine Farbe zu warten führt hier in die Irre.

Muss ich Poblano häuten?

Für die meisten Zubereitungen ja. Die Haut ist zäh und papierartig und löst sich beim Kochen in unangenehmen Fetzen. Rösten und zehn Minuten abgedeckt ruhen lassen, dann geht sie in Streifen ab.

Warum bekommen meine Schoten dunkle Flecken am unteren Ende?

Das ist Blütenendfäule und tritt bei großfrüchtigen Sorten häufiger auf. Die Ursache ist fast nie Kalziummangel im Boden, sondern ungleichmäßiges Gießen. Die Pflanze kann das vorhandene Kalzium dann nicht in die Frucht transportieren.

Kann ich Poblano an der Luft trocknen?

Nein. Das dicke Fruchtfleisch enthält zu viel Wasser, die Schote schimmelt an der Schnur, bevor sie durchgetrocknet ist. Zum Trocknen aufschneiden, entkernen und im Dörrautomaten bei 50 bis 60 °C zehn bis vierzehn Stunden.

Wie groß muss der Topf sein?

12 bis 15 Liter. Die Schoten werden 10 bis 15 cm lang und entsprechend schwer, die Pflanze braucht Substrat und Standfestigkeit. Ab Juli ist eine Stütze sinnvoll.

Braucht Poblano ein Gewächshaus?

Für die grüne Ernte nicht. Ein vollsonniger, windgeschützter Platz im Freiland reicht. Wer rote Schoten für Ancho will, hat es unter Glas oder Folie leichter, weil die Ausreifung drei bis fünf Wochen zusätzlich braucht.

Weiterlesen: Chilisorten im Überblick · Chili anbauen

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