Die Peter Pepper ist bekannt für ihre auffällige, gekrümmte und gefaltete Fruchtform. Deshalb wird sie überwiegend als Kuriosität angebaut. Als Chili ist sie trotzdem brauchbar: Capsicum annuum, 5.000 bis 30.000 Scoville, mit genug Fruchtfleisch für Saucen und Pulver.
Für den Anbau in Deutschland ist sie unkompliziert. Aussaat Mitte Februar bis Mitte März, Keimung in 8 bis 20 Tagen, Freiland reicht. Sie wächst buschig und stark verzweigt und kommt mit 7 bis 10 Litern Topfvolumen aus.

Alle Informationen auf einen Blick
CHILI-LEXIKON
56 Sorten nach Schärfegrad – Sorte antippen für den Steckbrief.
Mild (0 – 999 SHU)
- Gemüsepaprika (0 SHU, Capsicum annuum)
- Habanada (0–100 SHU, Capsicum chinense)
- Shishito (50–200 SHU, Capsicum annuum)
- Fushimi (0–500 SHU, Capsicum annuum)
- Banana Pepper (0–500 SHU, Capsicum annuum)
- Friggitello (100–500 SHU, Capsicum annuum)
Pikant (1.000 – 9.999 SHU)
- Padrón (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
- Anaheim (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
- Poblano (1.000–2.000 SHU, Capsicum annuum)
- Cascabel (1.000–3.000 SHU, Capsicum annuum)
- Piment d’Espelette (3.000–4.000 SHU, Capsicum annuum)
- Mirasol (Guajillo) (2.500–5.000 SHU, Capsicum annuum)
- Jalapeño (2.500–8.000 SHU, Capsicum annuum)
- Fresno (2.500–10.000 SHU, Capsicum annuum)
- Ají Fantasy (5.000–10.000 SHU, Capsicum baccatum)
- Ungarische Wachspaprika (5.000–10.000 SHU, Capsicum annuum)
Mittelscharf (10.000 – 99.999 SHU)
- Serrano (10.000–23.000 SHU, Capsicum annuum)
- Peter Pepper (5.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
- Bishop’s Crown (5.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
- Peperoncino Calabrese (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
- Chile de Árbol (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
- Lemon Drop (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
- Ají Cristal (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
- Cayenne (30.000–50.000 SHU, Capsicum annuum)
- Tabasco (30.000–50.000 SHU, Capsicum frutescens)
- Ají Charapita (30.000–50.000 SHU, Capsicum chinense)
- Ají Amarillo (30.000–50.000 SHU, Capsicum baccatum)
- Pequin (30.000–60.000 SHU, Capsicum annuum)
- Rocoto (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
- Manzano (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
- Chiltepin (Tepin) (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
- Bird’s Eye (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
- Kanthari (50.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)
- Sugar Rush Peach (50.000–100.000 SHU, Capsicum baccatum)
- Malagueta (60.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)
Sehr scharf (100.000 – 999.999 SHU)
- Piri Piri (50.000–175.000 SHU, Capsicum frutescens)
- Datil (100.000–300.000 SHU, Capsicum chinense)
- Devil’s Tongue (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
- Scotch Bonnet (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
- Orange Habanero (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
- Madame Jeanette (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
- Fatalii (125.000–400.000 SHU, Capsicum chinense)
- White Habanero (200.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
- Chocolate Habanero (200.000–450.000 SHU, Capsicum chinense)
- Red Savina Habanero (248.556–577.000 SHU, Capsicum chinense)
- Bhut Jolokia (Ghost Pepper) (800.000–1.001.304 SHU, Capsicum chinense)
Extrem (ab 1 Mio. SHU)
- Naga Morich (900.000–1.100.000 SHU, Capsicum chinense)
- Dorset Naga (900.000–1.200.000 SHU, Capsicum chinense)
- Trinidad Scorpion Butch T (1.200.000–1.463.700 SHU, Capsicum chinense)
- 7 Pot Douglah (900.000–1.850.000 SHU, Capsicum chinense)
- Naga Viper (1.382.118 SHU, Capsicum chinense)
- Trinidad Moruga Scorpion (1.207.764–2.000.000 SHU, Capsicum chinense)
- 7 Pot Primo (1.469.000–1.790.000 SHU, Capsicum chinense)
- Komodo Dragon (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
- Carolina Reaper (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
- Pepper X (2.693.000 SHU, Capsicum chinense)
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Steckbrief
| Art | Capsicum annuum |
| Schärfe | 5.000–30.000 SHU |
| Herkunft | Mittelamerika; heute Texas, Louisiana, Mexiko |
| Fruchtgröße | 7–10 cm, gekrümmt, gefaltet, mit Eindellung am Ende |
| Farbe reif | Rot, gelb oder orange je nach Linie |
| Keimdauer | 8–20 Tage bei 22–28 °C |
| Aussaat | Mitte Februar bis Mitte März |
| Reifezeit | 80–100 Tage ab Auspflanzen |
| Wuchshöhe | 60–90 cm, buschig und stark verzweigt |
| Topfvolumen | 7–10 l |
Woher die Form kommt
Die charakteristische Form entsteht durch eine ungleichmäßige Entwicklung der Fruchtwand: Die Schote krümmt sich, faltet sich am oberen Drittel und bekommt am Ende eine Eindellung. Das ist eine erbliche Eigenschaft, keine Wuchsstörung.
Wie stark sie ausgeprägt ist, schwankt allerdings erheblich, innerhalb einer Pflanze und zwischen Saatgutquellen. Ein Teil der Schoten sieht aus wie eine gewöhnliche Chili, ein anderer zeigt die Form deutlich. Wer sie zuverlässig will, braucht Saatgut aus einer gut selektierten Linie und muss trotzdem mit Streuung rechnen.
Über den Ursprung der Sorte ist wenig Belastbares bekannt. Sie taucht ab Mitte des 20. Jahrhunderts in den US-Südstaaten auf, ohne dass sich eine Züchtung sicher zuordnen ließe. Die Herkunftsangaben in Saatgutkatalogen widersprechen sich entsprechend. Belegt ist nur, dass sie über Louisiana und Texas verbreitet wurde.
Anbau
Als annuum ist Peter Pepper unkompliziert, vergleichbar mit einer Cayenne, nur buschiger.
- Aussaat: Mitte Februar bis Mitte März. Keimung in 8 bis 20 Tagen bei 22 bis 28 °C.
- Auspflanzen: Mitte Mai nach den Eisheiligen, nach 10 bis 14 Tagen Abhärten.
- Topf: 7 bis 10 Liter reichen. Sie bleibt kompakt.
- Standort: Vollsonnig. Freiland genügt, ein Gewächshaus bringt nur früheren Ertrag.
- Ernte: Ab August, wenn die Schoten ihre Endfarbe erreicht haben.
Der stark verzweigte Wuchs hat eine praktische Folge: Die Pflanze wird breit, nicht hoch. Auf einem schmalen Balkon braucht sie mehr Platz nach den Seiten, als die Wuchshöhe vermuten lässt.
Gedüngt wird ab Fruchtansatz wöchentlich, kaliumbetont. Details unter Chilipflanzen düngen. Die Substratmischung, die ich verwende, steht unter Chili-Erde selbst mischen.
Schärfe und Geschmack
Die Angaben schwanken bei dieser Sorte ungewöhnlich stark: Zwischen 5.000 und 30.000 SHU liegt Faktor sechs, und einzelne Quellen nennen bis 80.000. Der Grund ist derselbe wie bei Anaheim. Unter demselben Namen laufen mehrere Linien.
Praktisch landet man meist im Bereich einer Serrano: deutlich schärfer als eine Jalapeño, aber weit von den chinense-Sorten entfernt. Geschmacklich ist sie unauffällig-fruchtig, ohne eigenen Charakter. Was sie zur brauchbaren Allzwecksorte macht.
Warum Scoville-Angaben generell so weit auseinandergehen, steht unter Scoville-Skala.
Verwenden
Anders als viele Sorten, die auf Aussehen gezüchtet wurden, hat Peter Pepper genug Fruchtfleisch, um sie normal zu verwenden.
- Hot Sauce: Als milde bis mittelscharfe Basis, gut mit einer schärferen Sorte kombinierbar.
- Einlegen: Ganz, wobei die Form dabei erhalten bleibt.
- Getrocknet und gemahlen: Ergibt ein mittelscharfes Chilipulver. Wegen der gefalteten Form vorher aufschneiden, sonst bleibt Feuchtigkeit in den Falten.
- Frisch: Fein geschnitten wie eine Serrano.
- Chiliflocken: Aufgeschnitten getrocknet und grob zerbröselt, die Form spielt hier ohnehin keine Rolle mehr.
Der Punkt mit den Falten ist der einzige echte Nachteil beim Verarbeiten: In den Vertiefungen bleibt beim Trocknen Restfeuchte zurück, und die führt später zu Schimmel im Glas. Aufschneiden löst das.
Zierchili heißt nicht ungenießbar
Ein Missverständnis, das bei allen Sorten dieser Gruppe auftaucht: Alle Capsicum-Früchte sind essbar, auch die als Zierpflanze verkauften. Es gibt keine giftige Chilisorte.
Was gegen den Verzehr sprechen kann, ist die Herkunft. Fertige Topfpflanzen aus dem Bau- oder Supermarkt sind häufig mit Mitteln behandelt, die für Zierpflanzen zugelassen sind, für Lebensmittel aber nicht, und das steht selten auf dem Etikett. Wer die Früchte essen will, zieht selbst aus Saatgut. Dann weiß man, was drin ist.
Lohnt sich die Sorte?
Als Gesprächsstoff im Garten: sicher. Als Chili: brauchbar, aber nicht besonders. Sie liefert eine mittlere Schärfe und ein unauffälliges Aroma. Beides bekommt man von einer Jalapeño oder Serrano genauso, bei ähnlichem Aufwand.
Ehrlich gesagt: Wer sie anbaut, tut es wegen der Form. Das ist ein legitimer Grund, nur sollte man nicht erwarten, dass die Sorte darüber hinaus etwas kann, was andere nicht können. Eine Übersicht der Alternativen steht unter Chilisorten.
Was schiefgehen kann
| Beobachtung | Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Schoten zeigen die typische Form nicht | Streuung innerhalb der Linie | Nichts. Besser selektiertes Saatgut für die nächste Saison |
| Pflanze wird breit und kippt | Stark verzweigter Wuchs | Ring oder Stab ab Juli, windgeschützt stellen |
| Schimmel im Vorratsglas | Restfeuchte in den Falten der Schote | Vor dem Trocknen aufschneiden |
| Schärfe schwankt stark | Mehrere Linien unter demselben Namen | Vor dem Verarbeiten eine Schote probieren |
| Untere Blätter werden flächig gelb | Nährstoffe aufgebraucht | Ab Fruchtansatz wöchentlich kaliumbetont düngen |
Die erste Zeile ist der häufigste Grund für Enttäuschung. Wer die Sorte wegen der Form anbaut und dann eine Pflanze mit unauffälligen Schoten vor sich hat, kann daran im laufenden Jahr nichts ändern. Wer im Folgejahr Samen aus den am deutlichsten ausgeprägten Schoten nimmt, verschiebt den Anteil über die Jahre in die gewünschte Richtung. Das ist Selektion im Kleinen, wie unter Chilis kreuzen beschrieben.
Saatgut und Sortenreinheit
Bei dieser Sorte ist die Enttäuschung vorprogrammiert, wenn das Saatgut nicht stimmt. Die charakteristische Form entsteht nur bei sortenreinen Linien, und selbst dann ist sie nicht bei jeder Schote gleich stark ausgeprägt. Wer Samen aus einem gemischten Beet gewinnt, bekommt in der nächsten Generation meist gewöhnlich geformte Früchte.
- Beim Kauf: Auf eine klare Sortenbezeichnung achten. Angebote ohne Farbangabe liefern meist die rote Standardform.
- Eigene Samen: Nur aus Pflanzen gewinnen, die isoliert standen. Chili ist überwiegend selbstbestäubend, Insekten sorgen im Beet aber regelmäßig für Fremdbestäubung.
- Erwartung: Auch bei sortenreinem Saatgut zeigt ein Teil der Schoten die Form nur angedeutet. Das ist normal.
Wie du Samen sauber gewinnst und trocknest, steht unter Chilisamen gewinnen.
Häufige Fragen
Wie scharf ist die Peter Pepper?
5.000 bis 30.000 Scoville, einzelne Quellen nennen bis 80.000. Die Spanne ist so breit, weil unter dem Namen mehrere Linien laufen. Praktisch landet man meist im Bereich einer Serrano. Deutlich schärfer als eine Jalapeño, weit unter einer Habanero.
Kann man Peter Pepper essen?
Ja. Alle Capsicum-Früchte sind essbar, und Peter Pepper hat genug Fruchtfleisch für Saucen, Pulver und die frische Verwendung. Vorsicht nur bei gekauften Topfpflanzen: Zierpflanzen werden oft mit Mitteln behandelt, die für Lebensmittel nicht zugelassen sind.
Warum sehen nicht alle Schoten gleich aus?
Die charakteristische Form ist erblich, aber unterschiedlich stark ausgeprägt, innerhalb einer Pflanze und zwischen Saatgutquellen. Ein Teil der Schoten sieht aus wie eine gewöhnliche Chili. Gut selektiertes Saatgut erhöht den Anteil, garantiert ihn aber nicht.
Wann muss ich Peter Pepper aussäen?
Mitte Februar bis Mitte März. Als Capsicum annuum keimt sie in 8 bis 20 Tagen bei 22 bis 28 °C und ist 80 bis 100 Tage nach dem Auspflanzen erntereif. Für deutsche Sommer gut geeignet.
Braucht Peter Pepper ein Gewächshaus?
Nein. Ein vollsonniger Platz im Freiland reicht. Unter Glas oder Folie wird sie früher fertig, notwendig ist das aber nicht.
Wie groß muss der Topf sein?
7 bis 10 Liter. Die Pflanze bleibt mit 60 bis 90 cm kompakt, wächst aber stark verzweigt und damit breiter, als die Höhe vermuten lässt. Auf schmalen Balkonen ist das der begrenzende Faktor.
Kann ich Peter Pepper trocknen?
Ja, aber vorher aufschneiden. In den Falten der Schote bleibt sonst Restfeuchte zurück, und die führt später zu Schimmel im Glas. Aufgeschnitten trocknet sie problemlos durch.
Gibt es die Sorte in verschiedenen Farben?
Ja, es gibt rote, gelbe und orange Linien. Sie unterscheiden sich in Schärfe und Wuchs kaum, nur in der Endfarbe der reifen Schote.
Weiterlesen: Chilisorten im Überblick · Chili anbauen
