Mulato Isleno

Mulato Isleño ist keine eigenständige Art. Es ist eine dunkel abreifende Poblano-Linie. Getrocknet ergibt sie den Mulato, die dritte Schote im mexikanischen Mole-Trio neben Ancho und Guajillo. Mit 500 bis 3.000 Scoville ist sie mild; verwendet wird sie wegen der Tiefe, nicht wegen der Schärfe.

Für den Anbau heißt das: Es ist eine Capsicum annuum mit demselben Kalender wie Poblano. Aussaat Mitte Februar bis Mitte März, Freiland reicht. Der Haken liegt am Ende: Für Mulato muss die Schote über Rot hinaus bis ins Dunkle abreifen, und das dauert in Deutschland länger, als die Saison meist hergibt.

Schema: dieselbe Chilisorte als frische Poblano, getrocknete Ancho und dunkel ausgereifte Mulato mit Vergleich von Schärfe, Farbe, Aroma und Verwendung
Mulato entsteht aus derselben Pflanze wie Poblano und Ancho, nur später geerntet.

Alle Informationen auf einen Blick

CHILI-LEXIKON

56 Sorten nach Schärfegrad – Sorte antippen für den Steckbrief.

Mild (0 – 999 SHU)

  • Gemüsepaprika (0 SHU, Capsicum annuum)
  • Habanada (0–100 SHU, Capsicum chinense)
  • Shishito (50–200 SHU, Capsicum annuum)
  • Fushimi (0–500 SHU, Capsicum annuum)
  • Banana Pepper (0–500 SHU, Capsicum annuum)
  • Friggitello (100–500 SHU, Capsicum annuum)

Pikant (1.000 – 9.999 SHU)

  • Padrón (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Anaheim (500–2.500 SHU, Capsicum annuum)
  • Poblano (1.000–2.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Cascabel (1.000–3.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Piment d’Espelette (3.000–4.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Mirasol (Guajillo) (2.500–5.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Jalapeño (2.500–8.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Fresno (2.500–10.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Ají Fantasy (5.000–10.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ungarische Wachspaprika (5.000–10.000 SHU, Capsicum annuum)

Mittelscharf (10.000 – 99.999 SHU)

  • Serrano (10.000–23.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Peter Pepper (5.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bishop’s Crown (5.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Peperoncino Calabrese (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Chile de Árbol (15.000–30.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Lemon Drop (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Ají Cristal (15.000–30.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Cayenne (30.000–50.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Tabasco (30.000–50.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Ají Charapita (30.000–50.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Ají Amarillo (30.000–50.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Pequin (30.000–60.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Rocoto (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Manzano (30.000–100.000 SHU, Capsicum pubescens)
  • Chiltepin (Tepin) (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Bird’s Eye (50.000–100.000 SHU, Capsicum annuum)
  • Kanthari (50.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Sugar Rush Peach (50.000–100.000 SHU, Capsicum baccatum)
  • Malagueta (60.000–100.000 SHU, Capsicum frutescens)

Sehr scharf (100.000 – 999.999 SHU)

  • Piri Piri (50.000–175.000 SHU, Capsicum frutescens)
  • Datil (100.000–300.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Devil’s Tongue (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Scotch Bonnet (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Orange Habanero (100.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Madame Jeanette (125.000–325.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Fatalii (125.000–400.000 SHU, Capsicum chinense)
  • White Habanero (200.000–350.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Chocolate Habanero (200.000–450.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Red Savina Habanero (248.556–577.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Bhut Jolokia (Ghost Pepper) (800.000–1.001.304 SHU, Capsicum chinense)

Extrem (ab 1 Mio. SHU)

  • Naga Morich (900.000–1.100.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Dorset Naga (900.000–1.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Scorpion Butch T (1.200.000–1.463.700 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Douglah (900.000–1.850.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Naga Viper (1.382.118 SHU, Capsicum chinense)
  • Trinidad Moruga Scorpion (1.207.764–2.000.000 SHU, Capsicum chinense)
  • 7 Pot Primo (1.469.000–1.790.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Komodo Dragon (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Carolina Reaper (1.400.000–2.200.000 SHU, Capsicum chinense)
  • Pepper X (2.693.000 SHU, Capsicum chinense)

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Steckbrief

ArtCapsicum annuum
Schärfe500–3.000 SHU
Frisch heißt siePoblano (Linie Isleño)
Getrocknet heißt sieMulato
HerkunftPuebla, Mexiko
Fruchtgröße10–15 cm, herzförmig, dickwandig
Farbe reifDunkles Braunrot bis fast Schwarz
Keimdauer7–14 Tage bei 25–28 °C
AussaatMitte Februar
Reifezeit90–110 Tage bis zur dunklen Vollreife
Wuchshöhe60–90 cm
Topfvolumen12–15 l

Wo Mulato ins System passt

In der mexikanischen Küche wechselt der Name mit dem Zustand, nicht mit der Pflanze. Bei dieser Sorte gibt es davon drei:

  • Poblano, frisch und grün geerntet, fest und mild. Die Schote zum Füllen.
  • Ancho, rot ausgereift und getrocknet. Rotbraun, durchscheinend, fruchtig nach Rosine und Pflaume.
  • Mulato, länger an der Pflanze, dunkel abgereift und getrocknet. Fast schwarz, matt, mit Noten von Lakritz, Kakao und Tabak.

Der Zusatz Isleño, „von der Insel“, bezeichnet die Linie, die für Mulato gezüchtet wurde: Sie reift zuverlässiger dunkel ab als gewöhnliche Poblano-Linien. Wer gezielt Mulato will, sollte auf diese Angabe im Saatgut achten.

Zusammen mit Ancho und Guajillo bildet Mulato die Basis der klassischen Mole-Saucen. Jede der drei steuert etwas anderes bei: Guajillo die Säure und Farbe, Ancho die Süße, Mulato die dunkle Tiefe.

Anbau

Bis zur grünen Ernte verhält sich Mulato Isleño wie jede Poblano: unkompliziert, annuum, für deutsche Sommer geeignet.

  • Aussaat: Mitte Februar. Bei dieser Sorte eher der frühe Termin, weil die Ausreifung Zeit braucht.
  • Auspflanzen: Mitte Mai nach den Eisheiligen, nach 10 bis 14 Tagen Abhärten.
  • Topf: 12 bis 15 Liter. Die Schoten sind groß und schwer.
  • Stütze: Ab Juli. Volle Triebe knicken sonst ab.
  • Standort: Vollsonnig und warm. Für die dunkle Ausreifung hilft eine Südwand oder ein Folientunnel spürbar.

Die Nährstoffversorgung ist bei großfrüchtigen Sorten wichtiger als bei kleinen. Ab Fruchtansatz wöchentlich kaliumbetont düngen, siehe Chilipflanzen düngen. Ebenso häufig ist hier Blütenendfäule: dunkle, eingesunkene Flecken am Fruchtende, verursacht durch ungleichmäßiges Gießen und nicht durch Kalziummangel im Boden.

Der Engpass: die dunkle Ausreifung

Hier entscheidet sich, ob es Mulato wird oder Poblano bleibt. Die Schote muss deutlich über die rote Vollreife hinaus an der Pflanze bleiben, bis sie ein dunkles Braunrot annimmt. Das sind drei bis fünf Wochen zusätzlich.

In Deutschland fällt das in den September und Oktober, also genau in die Zeit, in der Temperatur und Licht nachlassen. Unter etwa 15 °C stellt die Pflanze die Farbentwicklung ein.

Was hilft: früh säen, ab Mitte Juli nichts mehr grün abnehmen, und die Pflanze auf wenige Früchte konzentrieren. Eine Pflanze mit vier ausreifenden Schoten schafft es eher als eine mit zwölf. Der Rest wird als Poblano verarbeitet. Kein Verlust, nur ein anderes Ergebnis.

Trocknen und verwenden

Wie bei Poblano gilt: an der Luft geht es nicht. Das dicke Fruchtfleisch schimmelt, bevor es durch ist. Aufschneiden, entkernen, flach ausbreiten und im Dörrautomaten bei 50 bis 60 °C zehn bis vierzehn Stunden. Fertig ist die Schote, wenn sie ledrig-biegsam ist, nicht brüchig. Mehr dazu unter Chilis trocknen.

Vor der Verwendung wird Mulato kurz geröstet und eingeweicht:

  • Mole Negro und Mole Poblano: Die klassische Verwendung, zusammen mit Ancho und Guajillo.
  • Dunkle Schmorgerichte: Zwei bis drei Schoten püriert geben einem Rindergulasch eine Tiefe, die kein Gewürzpulver liefert.
  • Adobo: Als dunkle Komponente neben Guajillo.
  • Gemahlen: Ergibt ein sehr dunkles, mildes Pulver. Siehe Chilipulver selber machen.
  • In dunklen Saucen: Als Farb- und Tiefengeber, wo geräucherte Sorten zu dominant wären.

Beim Rösten gilt dieselbe Regel wie bei Ancho: 30 bis 60 Sekunden je Seite, nicht länger. Verbrannte Mulato schmeckt bitter, und in einer dunklen Sauce fällt das erst auf, wenn es zu spät ist.

Lohnt sich die Sorte?

Wenn du Mole kochst und ohnehin Ancho und Guajillo verwendest: ja. Mulato ist von den dreien die, die man in Deutschland am schlechtesten kaufen kann, und selbst getrocknete Schoten sind aromatischer als Ware, die lange im Regal lag.

Wenn du nur eine Poblano-Pflanze hast: nimm eine normale Linie und ernte grün. Die dunkle Ausreifung ist in einem durchschnittlichen deutschen Sommer ein Glücksspiel, und die Poblano-Verwendung ist ohnehin die häufigere. Wer es trotzdem probieren will, stellt am besten zwei Pflanzen hin: eine zum grün Abernten, eine, an der ab Juli alles hängen bleibt.

Mulato und Pasilla: die häufigste Verwechslung

Beide sind dunkle, getrocknete Schoten mit Kakaonote, und im Handel werden sie regelmäßig vertauscht: teils sogar auf der Verpackung.

MulatoPasilla
FrischPoblano, dunkel abgereiftChilaca
FormBreit, herzförmig, faltigSchmal, lang, gerunzelt
Länge10–15 cm15–25 cm
Schärfe500–3.000 SHU1.000–2.500 SHU
AromaLakritz, Kakao, süßlicherKakao, getrocknete Beeren, herber

Die Form ist das verlässlichste Merkmal: Mulato ist breit und herzförmig, Pasilla schmal und lang. In einem Mole lassen sie sich zur Not gegeneinander tauschen. Das Ergebnis wird herber und weniger süß.

Beim Kauf erkennen

Weil die dunkle Ausreifung hier selten gelingt, kommt Mulato meist getrocknet aus dem Handel. Von Ancho unterscheidet sie sich an drei Punkten:

MulatoAncho
Farbe im DurchlichtBraun bis fast schwarzRötlich
AromaKaffee, Lakritz, SchokoladeRosine, Pflaume
FruchtwandEtwas dicker, weicherDünner, ledriger

Der Test mit dem Gegenlicht ist der zuverlässigste. Eine Schote gegen eine Lampe halten: Schimmert sie rot durch, ist es eine Ancho. Bleibt sie braun und undurchsichtig, hast du eine Mulato. Gute Ware ist in beiden Fällen biegsam und bricht nicht.

Häufige Fragen

Was ist Mulato Isleño?

Eine Poblano-Linie, die dunkel abreift. Getrocknet ergibt sie den Mulato, eine der drei Schoten, auf denen mexikanische Mole-Saucen aufbauen. Der Zusatz Isleño bezeichnet die Linie, die zuverlässiger dunkel abreift als gewöhnliche Poblano.

Was ist der Unterschied zwischen Mulato und Ancho?

Beide sind getrocknete Poblano, aber unterschiedlich lange gereift. Ancho wird rot geerntet und bleibt rotbraun und durchscheinend, Mulato bleibt länger an der Pflanze, wird fast schwarz und matt. Ancho schmeckt fruchtig nach Rosine, Mulato dunkel nach Lakritz und Kakao.

Wie scharf ist Mulato?

500 bis 3.000 Scoville, also mild bis knapp unter Jalapeño-Niveau. Sie wird wegen der Aromatiefe verwendet, nicht wegen der Schärfe. In einer Sauce mit drei Schoten auf mehrere Liter ist davon nichts zu spüren.

Kann ich Mulato in Deutschland anbauen?

Die Pflanze ja, das dunkle Endstadium oft nicht. Für Mulato muss die Schote drei bis fünf Wochen über die rote Vollreife hinaus an der Pflanze bleiben, und das fällt hier in September und Oktober. Unter etwa 15 °C stoppt die Farbentwicklung.

Wie erkenne ich, wann sie reif für Mulato ist?

Die Schote ist durchgehend dunkel braunrot bis fast schwarz und fühlt sich weicher an als eine rote Poblano. Rot allein reicht nicht. Das ist das Ancho-Stadium.

Wie trockne ich Mulato?

Aufschneiden, entkernen, flach ausbreiten und im Dörrautomaten bei 50 bis 60 °C zehn bis vierzehn Stunden. An der Luft schimmelt sie, weil das Fruchtfleisch zu dick ist. Fertig ist sie ledrig-biegsam, nicht brüchig.

Womit kann ich Mulato ersetzen?

Am nächsten kommt Ancho, mit fruchtigerem und weniger tiefem Ergebnis. Pasilla geht ebenfalls und bringt eine ähnliche Kakaonote mit. Geräuchertes Paprikapulver trifft die Farbe, aber nicht das Aroma.

Brauche ich spezielles Saatgut?

Für Mulato ja. Gewöhnliche Poblano-Linien reifen rot ab und ergeben Ancho. Achte auf die Bezeichnung Mulato oder Isleño, nur diese Linien nehmen die dunkle Endfarbe zuverlässig an.

Weiterlesen: Chilisorten im Überblick · Ernten und verarbeiten

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